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GPS-Anleitung 2: Navigation ~ Wie finde ich meinen Weg im Gelände?

GPS-Anleitung 2: Navigation

Wie finde ich meinen Weg im Gelände?

Im zweiten Teil der GPS-Anleitungen wird Schritt für Schritt beschrieben, wie mit einem GPS-Handgerät anhand von vorbereiteten Wanderrouten im Gelände navigiert werden kann.

Voraussetzungen:

Beispielhaft wird hier ein emap von Garmin als GPS-Handgerät verwendet. Die Screenshots stammen ebenfalls von einem emap. Grundsätzlich ist aber jedes tragbare GPS-Gerät zum Wandern geeignet, so fern es die Navigation nach vorgegebenen Routen beherrscht und nicht nur auf Straßennavigation ausgelegt ist. Installierte Karten auf dem GPS-Gerät werden nicht benötigt.

Anfahrt zum Startpunkt der Wanderung

Finde Wegpunkt

Finde Wegpunkt

Goto

Goto

10km zum Start

10km zum Start

Das GPS-Gerät lässt sich nicht nur zum Wandern nutzen, sondern bereits bei der Anfahrt zum Startpunkt der Wanderung. Der erste Punkt der ersten gespeicherten Route (hier G101) ist der Punkt, den es mit dem Auto zu erreichen gilt. Wegpunkte werden am emap über den "FIND-Knopf" ausgewählt. Dann Menüpunkt "Wegpkte." und "ENT" für Enter. Mit den Cursortasten dann den Startpunkt auswählen und mit "ENT" bestätigen. Es werden die Wegpunkt-Koordinaten angezeigt. Mit dem Button "Goto" wird zu diesem Punkt navigiert. Per Luftlinie versteht sich - es sei denn, das GPS-Gerät versteht sich zusätzlich auf Straßennavigation. In diesem Fall wird es eine Straßenroute zum Startpunkt berechnen.

Navigation per Luftlinie zu einem Punkt bedeutet, das GPS-Gerät zeigt (wie im rechten Bild oben) immer die Richtung und die Entfernung zum ausgewählten Punkt an. Nicht jedoch eventuelle Hindernisse oder Straßenführungen. Trotzdem ist das ein gutes Hilfsmittel um am Startpunkt der Wanderung den Parkplatz zu finden.

Vorbereitungen vor der Wanderung

Satelliten

Satelliten

Track löschen

Track löschen

Tripcomputer

Tripcomputer

Am Startpunkt der Wanderung sollten folgende Dinge vorgenommen werden:

Wanderroute auswählen

Wandertouren bestehen oft aus mehreren Einzelrouten. Speziell bei Rundtouren würde das GPS schon beim Start der Meinung sein, bereits am Ziel angekommen zu sein, wenn Start und Ziel in einer einzigen GPS-Route stecken. Aus diesem Grund gibt es auf www.GpsWandern.de meistens eine Hin- und eine Rückroute oder bei längeren Touren auch noch mehr Routen, die dann sinnvoll bezeichnet sind, um sie in der richtigen Reihenfolge aufzurufen.

Am Start der Wanderung muss dem GPS also noch gesagt werden, nach welcher Route navigiert werden soll. Beim emap wird dazu vom Hauptmenü ins "Routen"-Menü verzweigt, dort die erste Wanderroute mit den Cursortasten ausgewählt und noch einmal "MENU" gedrückt. In diesem Untermenü gibt es jetzt den Punkt "Beginne Navigation". Mit einem langen Druck auf die "ESC"-Taste gelangt man zurück zur Kartenansicht.

Jetzt gehts los

Genug der Vorbereitungen. Jetzt kann gewandert werden!

Viele der handelsüblichen GPS-Geräte zeigen zum Navigieren eine Art Windrose an, mit einem Richtungspfeil in der Mitte. Die Windrose zeigt dabei die Himmelsrichtung an, in die man sich bewegt, der Pfeil die Richtung zum nächsten Routenwegpunkt in Abhängigkeit von der Bewegungsrichtung. Zeigt der Pfeil also gerade nach oben (12 Uhr) dann bewege ich mich genau auf den nächsten Routenwegpunkt zu. Zeigt der Pfeil zum Beispiel auf 11 Uhr, so liegt der nächste Punkt etwas links ab von meiner Laufrichtung. An sich braucht man jetzt nur noch dem Pfeil nachgehen.

Zusätzlich werden folgende Informationen angezeigt:

Die Anzeige beim Garmin emap sieht etwas anders aus. Eine Windrose gibt es nicht, dafür ist der Richtungspfeil in das Kartenfenster oben links integriert und rechts daneben finden sich Geschwindigkeit, Entfernung zum nächsten Routenwegpunkt und die dafür veranschlagte Zeit.

Wie ist diese Anzeige nun zu lesen? In der Mitte des Kartenfensters befindet sich ein kleiner schwarzer Pfeil. Das ist der Wanderer. Die Pfeilspitze zeigt in Laufrichtung. Dabei ist die Karte so eingestellt, dass Norden oben ist. (Man kann alternativ auch Laufrichtung = oben einstellen) Der Wanderer hat also den Wegpunkt G101 bereits passiert, das war ja der Startpunkt und bewegt sich jetzt fast östlich auf den Wegpunkt G102RE zu. Das "RE" im Namen des nächsten Wegpunkts ist ein Hinweis des Routenerstellers und bedeutet sinnreich "rechts abbiegen". Dass es nach rechts gehen wird, kann man auch dem weiteren Verlauf der Route im Kartenfenster bereits entnehmen.

Nun zu den Daten im oberen Teil der Anzeige. Der Pfeil zeigt gerade nach oben (12 Uhr), der Wanderer bewegt sich also geradewegs auf den G102RE zu. Der Wegpunkt ist noch 53m entfernt, behält der Wanderer seine aktuelle Geschwindigkeit von 4,2km/h bei, wird er ihn in 1 Minute und 42 Sekunden erreichen.

Eine ganze Menge Informationen, die sich hier ablesen lassen. Was wird nun weiter geschehen? Wenige Meter vor Erreichen des Routenwegpunkts G102RE wird der Pfeil nach rechts drehen und die Richtung zum nächsten Routenwegpunkt G103LI anzeigen. Auch die Distanz und die Zeit wird dann zum nächsten Wegpunkt berechnet. Und sobald der Wanderer den Rechtsschwenk vollführt, wird der Pfeil erneut auf 12 Uhr deuten, da Marschrichtung und Richtung zum nächsten Wegpunkt wieder übereinstimmen.

Am Ende der ersten Route wird das GPS dann "Ankunft am Ziel" melden. Sind noch weitere Teilrouten vorhanden, so werden diese wie die erste über das Routenmenü aufgerufen. Wenn Sie die aufgezeichneten Trackdaten später auswerten wollen, dann schalten Sie am Ende der Wanderung das GPS am Besten aus. So vermeiden Sie, dass weiterhin Trackdaten aufgezeichnet werden, die nicht zur Wanderung gehören.

Mögliche Probleme

Keine Richtungsanzeige bei Stillstand: Ein GPS-Gerät kann Richtungen nur anhand des Vergleichs einer Messung mit der vorhergehenden bestimmen. Dazu ist es nötig, dass die beiden Messungen unterschiedliche Koordinaten liefern. Daraus berechnet das GPS Geschwindigkeit und Richtung einer Bewegung. Im Stillstand ist das nicht möglich. Das GPS kann die eigene Bewegungsrichtung nicht feststellen und folglich keinen Pfeil zum nächsten Routenwegpunkt zeichnen. Anstelle dessen wird die Himmelsrichtung in Form von Kürzeln wie "NW" oder "S" eingeblendet. Um wieder einen Richtungspfeil zum nächsten Wegpunkt zu erhalten, genügt eine Bewegung von wenigen Metern. Das alles gilt natürlich nicht für GPS-Geräte mit magnetischen Kompass. Hier gibt es auch im Stillstand eine Richtungsanzeige.

Serpentinen: Wenn es steil aufwärts oder abwärts geht, macht es nicht unbedingt Sinn, bei der Routenplanung jede Serpentinenschleife mit auszustecken. Das kostet unnötig Routenwegpunkte und der Wanderer hat kaum etwas davon, im Gegenteil, das GPS wäre geneigt, schon zum übernächsten Punkt navigieren zu wollen, da dieser in Luftlinie näher liegt. Bei eng liegenden Schleifen bietet es sich also an, die Route mittig quasi als Abkürzung zwischen den Serpentinen zu führen. Für den Wanderer gilt: "Führt mein Weg in Serpentinen und bewege ich mich trotz der Schleifen grob auf den nächsten Wegpunkt zu, dann ist alles in Ordnung."

Kurz vor einem Routenwegpunkt zeigt der Pfeil in die falsche Richtung: Was passiert? Halten wir uns vor Augen, dass die Genauigkeit der GPS-Ortsbestimmung im besten Fall bei 4m liegt (bevor Einsprüche kommen: ja, mit EGNOS mögen es auch 2m sein), im Wald oder bei schlechten Empfangsbedingungen aber schon mal 50m betragen kann. Das betrifft immer sowohl den Wanderer als auch denjenigen, der diese Route einmal geplant und aufgenommen hat. Nun kann es passieren - und dieser Fall ist gar nicht so unwahrscheinlich - dass zum Beispiel der nächste Wegpunkt 10m zu weit links von einer Wegkreuzung liegt, der übernächste Wegpunkt aber weit rechts liegt. Der Wanderer bewegt sich auf die Wegkreuzung zu, er müsste dort rechts abbiegen. Was zeigt ihm aber das GPS? Nachdem der nächste Wegpunkt nicht genau auf der Wegkreuzung liegt, dreht der Pfeil immer weiter nach links, je näher der Wanderer der Wegkreuzung kommt. Würde er dem Pfeil glauben, so wäre er geneigt an der Wegkreuzung nach links abzubiegen und nicht nach rechts. Seinen Irrtum würde der Wanderer erst bemerken, wenn er bereits abgebogen ist und den falsch liegenden Wegpunkt passiert hat. Dann zeigt der Pfeil auf 6 Uhr - also umdrehen. Wie kann man das erkennen und vermeiden? Wichtig ist es, die Entfernungsanzeige zum nächsten Punkt immer mit im Blick zu behalten. Liegt ein Punkt, der mich vom Weg herunter weist, sehr nahe (wenige Meter), so ist Skepsis angebracht, er könnte nur versehentlich neben dem Weg liegen (oder aufgrund schlechter Empfangsbedingungen). Und selbst wenn in der Natur ein Querweg wie in obigem Beispiel tatsächlich existiert, so müsste zuerst ein Wegpunkt auf der Kreuzung kommen und dann kann es links oder rechts gehen, wobei der nächste Punkt kaum nach 10m schon zu erwarten wäre. Ein Blick auf den weiteren Routenverlauf im Kartenfenster hilft weiter. Benutzer des emap haben es leicht, weil Navigationspfeil und Karte auf einer Seite integriert sind. Anwender eines GPS mit Windrosenanzeige sollten gelegentlich zur Kartenansicht umschalten. Möglicherweise hilft auch ein "rechts-links-Hinweis" des Routenerstellers, der im Wegpunktnamen hinterlegt ist.

Spitzwinklig auseinanderlaufende Wege: Weggabelungen, deren weitere Wegäste auf viele 10 oder 100 Meter nahe beieinander verlaufen, sind mit dem Navigationspfeil des GPS-Geräts nur schwer zweifelsfrei zu treffen. Erst nach vielen 100m wird sich herausstellen, das man doch den falschen erwischt hat. Hier hilft nur ein Hinweis des Routenersteller in Form einer Richtungsangabe im Wegpunktnamen. Nähere Informationen dazu gibt es auf der Nachwandern-Seite.

Weitere Informationen während der Navigation

Tripcomputer

Tripcomputer

Damit sollte das Navigieren im Gelände mit GPS problemlos funktioniert haben. Im dritten Teil der GPS-Anleitungen erfahren Sie, wie Sie nach einer Wanderung die Trackdaten auf den PC übertragen und im Internet per Track Viewer in einem Satellitenbild anzeigen können.

Markenzeichen: Garmin, emap und MapSource sind markenrechtliches Eigentum der Garmin Corporation, USA

Stand: August 2006