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La Palma, Caldera de Taburiente ~ Große Calderawanderung im Nationalpark

La Palma, Caldera de Taburiente

Große Calderawanderung im Nationalpark

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Die Caldera de Taburiente ist mit 9km Durchmesser und bis über 2000m aufragenden Felswänden die größte Naturattraktion auf La Palma. Diese Tageswanderung führt über die klassische Route von Los Brecitos zur Zona de Acampada und über Dos Aguas den Barranco de las Angustias hinaus.

Los Brecitos

Los Brecitos

Die Wanderung durch die Caldera de Taburiente ist kein Sonntagsspaziergang, gerade das letzte, untere Wegstück führt über weite Strecken durch das Bachbett. Das macht es zum einen schwer zu gehen und ist zum anderen durch die steil aufragenden Felswände gefährlich bei hereinbrechendem Regen - hier sind bereits Menschen ertrunken. "Barranco de las Angustias" heißt nicht von ungefähr "Schlucht der Todesängste". Über die jahreszeitlichen und aktuellen Gefahren sowie über die Begehbarkeit der Wanderwege informiert man sich am besten vorab im ICONA Infozentrum am östlichen Ortsausgang von El Paso an der Zufahrt zur Cumbrecita.

Die Autoanfahrt in die Caldera erfolgt vom Stadtzentrum von Los Llanos de Aridane aus in nördliche Richtung über die Calle Conrado Hernández und den Camino de la Caldera. Die Teerstraße schraubt sich dann extrem schmal und kurvig hinunter ins Angustiastal. Diese Wanderung ist keine Rundwanderung, wir nehmen deshalb vom Talgrund aus zuerst einen (nicht ganz billigen) Shuttleservice in Anspruch. Jeeps oder auch ganz normale Taxen warten dazu am Parkplatz im Barranco de las Angustias und bringen uns in zahllosen Kehren von 240m auf 1130m Höhe. Was dann den Vorteil hat, dass die Wanderung fast nur noch bergab geht. Magenempfindliche Naturen seinen wegen der Taxifahrt dahingehend beruhigt, dass der Taxifahrer nicht all zu dynamisch fahren kann, da er wegen der engen Kurven alle paar Meter auf Schrittgeschwindigkeit verlangsamen muss und er darüber hinaus auch nicht an einer Innenreinigung seines Taxis interessiert ist.

Ziel der Shuttleservicefahrt und Beginn unserer Wanderung ist der Mirador de los Brecitos. Der erste Teil der Wanderung geht beständig leicht bergab durch lichten Kiefernwald und dabei in kanarisch-typischer-Form immer Barranco-rein und Barranco-raus. Dabei ergeben sich immer wieder schöne Aussichtspunkte, wie der Mirador del Lomo de Tagasaste, mit guten Blickmöglichkeiten in den Calderakessel und hinüber zum Pico de Bejenado. Der Waldweg ist zwar oft schmal aber immer top gepflegt, gut befestigt und mit gelb-weißer Markierung gekennzeichnet. Die Beschilderung ist ausgezeichnet, sogar die Barrancos sind mit Namensschildern versehen. Wir folgen den Schildern zur Zona de Acampada, dem Campingplatz an der Playa de Taburiente.

Ca. 5,5km nach Los Brecitos durchschreiten wir den Rio Taburiente und haben kurz darauf unser erstes Etappenziel, den Campingplatz erreicht. Im Campingplatz geht es rechts etwas aufwärts zum Servicezentrum mit Toiletten.

In der Caldera de Taburiente

In der Caldera de Taburiente

Nach einer Rast findet der Weg am Servicezentrum vorbei, hinten links seine Fortsetzung. Die Ausschilderung lautet nun bis zum Ende unserer Wanderung "Barranco de las Angustias", die Wegmarkierung ist weiterhin gelb-weiß. Der Wald tritt nun zurück, der Weg wird sonniger und es geht steiler als bisher bergab um von der Höhe des Campingplatzes zum Bachniveau des Rio Almendro Amargo hinunter zu kommen.

Oben sind noch gute Aussichtspunkte zu finden, zuerst rechts ins Tal des Rio Taburiente dann links hinunter zum Rio Almendro Amargo und darüber hinweg auf den Roque Idafe.

Ca. 1,6km nach dem Servicecentrum und 270 Höhenmeter tiefer, treffen wir (bei Wegpunkt C209) auf zwei Wegvarianten, die sich später wieder vereinigen werden. Einem schwierigen Weg, ausgeschildert mit "Salida por atajo" und einer leichten Variante "Salida normal", die rechts aufwärts abbiegt. Kurz darauf erreichen wir den Grund des Barranco Almendro Amargo unterhalb des Roque Idafe und am Zusammentreffen mit dem Barranco de Colores mit seinem eindrucksvoll ockergelben Wasser.

Hier (C213) lässt sich aufwärts durch das Bachbett ein lohnender Abstecher zur Cascada de Colores einbauen - ca. 500m Wegstrecke einfach.

Das gelbe Wasser bleibt unser Begleiter, denn der Wanderweg verlegt sich nun direkt ins Bachbett. Je nach aktuellem Wasserlauf müssen wir dabei selber schauen, ob links oder rechts der besser begehbare Weg verläuft. Das nächste markante Ziel nach nur wenigen hundert Metern (bei C215) ist Dos Aguas, der Zusammenfluss des (gelben) Rio Almendro Amargo mit dem (klaren) Rio Taburiente. Hier kann es etwas schwierig sein, den einen oder andern Bach zu queren. Falls sich keine geeigneten Trittsteine finden, muss kurz mal das Wasser durchwatet werden. Weiter geht es jedenfalls auf der rechten Uferseite nach dem Zusammenfluss der beiden Bäche.

Die restlichen Kilometer bis zum Parkplatz sind eine Abfolge von Wanderpassagen durch das Bachbett und Umgehungen über das Steilufer, die auch mal kleinere Anstiege beinhalten können. Die regelmäßig erforderlichen Wechsel der Bachseite lassen sich im allgemeinen ohne nasse Füße durchführen, indem wir geeignete Trittsteine nutzen und auch mal ein Stück springen. Trotzdem ist die andauernde Kletterei im Bachbett recht anstrengend, so dass Wanderwegpassagen oberhalb des Bachbetts eine willkommene Erleichterung darstellen. Wichtig ist es nach den gelb-weißen Markierungen Ausschau zu halten, um auch keinen Bachbettausstieg zu verpassen.

GPS-Nutzer werden in tiefer eingeschnittenen Barrancoabschnitten möglicherweise nur unzureichenden Satellitenempfang haben. Dank Wegmarkierungen und Ausschilderungen sollte das aber zu keinen Orientierungsproblemen führen. Die Tour lässt sich auch ganz ohne GPS problemlos bewältigen, solange vom vorgegebenen Weg nicht abgewichen wird.

Schließlich erreichen wir die Fahrstraße an der Stelle (C243), an der das Shuttletaxi am Morgen den Rio Taburiente gequert hatte, der an dieser Stelle bereits kein (oberflächliches) Wasser mehr führt (zumindest nicht, wenn der Barranco begehbar ist). Zum Parkplatz sind es jetzt nur noch 150m nach links.

Dos Aguas

Dos Aguas

Die Routenlänge dieser Tour beträgt annähernd 12km, die reale Laufstrecke ca. 15km ohne Abzweiger in den Barranco de Colores. Die Höhenunterschiede betragen ca. 950m im Abstieg, aber nur ca. 50m im Aufstieg. Dabei sollte mit einer Gehzeit von ungefähr 5 1/2 Stunden gerechnet werden. Die Wege sind gut gepflegt und ausgezeichnet ausgeschildert, mit Straßenverkehr kommt man nicht in Kontakt. Trotzdem ist die Tour nicht für Fahrräder und Kinderwägen geeignet. Einkehrmöglichkeiten gibt es auf der Strecke nicht - Wasservorrat und Brotzeit müssen selbst mitgebracht werden. Bitte beachten Sie auch die besonderen Hinweise zu La Palma.

Variationen

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Stand: Mai 2009