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Mallorca, Es Caragoli ~ auf dem Reitweg des Erzherzogs Salvator

Mallorca, Es Caragoli

auf dem Reitweg des Erzherzogs Salvator

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Von Valdemossa aus führt diese Wanderung auf dem historischen Reitweg des Erzherzogs Salvator auf den Caragoli in 945m Höhe. Davor machen wir einen Abstecher zum Aussichtspunkt Mirador de ses Puntes, so dass sich eine schöne Rundwanderung ergibt.

Aufstieg Richtung Mirador de ses Puntes

Aufstieg Richtung Mirador de ses Puntes

Der Erzherzog Ludwig Salvator (L'Arxiduc Lluis Salvador) 1847-1915, ein Abkömmling des toskanischen Zweigs des Hauses Habsburg-Lothringen, Erzherzog von Österreich und Prinz von Toskana, verbrachte viele Jahre auf Mallorca, schrieb Bücher über die Balearen und erwarb umfangreiche Ländereien im Bereich der Orte Valldemossa und Deià. Er legte Miradores und Reitwege an, die heute noch existieren und zum Wandern einladen.

Ausgangspunkt unserer Wanderung ist das malerische Städtchen Valldemossa, das wir mit dem Auto von Palma aus in nördlicher Richtung auf der Ma-1110 erreichen können, oder von Sóller aus über die Küstenstraße Ma-10. Valldemossa ist auch mit dem öffentlichen Bus erreichbar (Linie 210).

Mehr zum öffentlichen Personennahverkehr auf Mallorca.

Zentral gelegen gibt es in Valldemossa zwei (gebührenpflichtige) Parkplätze direkt an der Hauptstraße Ma-1110. Der Einstieg in den Wanderweg befindet sich im Norden des Ortes am Ende der Carrer Oliveres. Hierher gelangen wir vom ersten Parkplatz an der Ma-1110 aus über die Carrer de na Mas und die breite Treppe in deren Verlängerung. Am oberen Ende der Treppe halten wir uns links und biegen bei erster Gelegenheit rechts aufwärts in die Carrer Alzines i Pins ein. An deren Ende geht es kurz links auf die Carrer dels Ametlers, welche dann in besagte Carrer Oliveres mündet. Wir halten und hier rechts und laufen bis zum Ende der Straße. An der Carrer Oliveres gibt es auch weitere Parkmöglichkeiten. Die Teerstraße endet am Eisentor des Anwesens mit der Hausnummer 16 (bei GPS Wegpunkt C108). Der Wanderweg beginnt links vom Tor an einem Betonpfosten mit der Aufschrift Son GUAL Petit. Die Eisenkette zwischen Pfosten und Tor braucht uns nicht zu stören, sie kann locker überstiegen oder umgangen werden. Dies ist der offizielle Wanderweg GR-221, auch wenn hier kein Schild steht und der GR-221 untypischerweise in diesem Bereich nicht markiert ist.

Die nächsten knapp 150m geht es in weitem Bogen auf einem steinigen Pfad immer am Maschendrahtzaun des Privatgeländes entlang, bis der Pfad plötzlich im 90-Grad-Winkel nach links abbiegt, weg vom Zaun. Ca. 180m weiter (bei Wegpunkt C114) mündet rechts ein Weg ein, wir gehen aber geradeaus weiter und übersteigen eine Absperrung auf der dafür vorgesehenen Leiter. Weiter geht es auf einem felsigen Weg aufwärts durch den Wald. Unser nächstes Ziel, ca. 1200m weiter, ist der Pla de Pouet, eine lichte Stelle im Steineichenwald hinter einer Maueröffnung (C130). Hier haben wir den Sattel erreicht und der steile Anstieg hat erstmal ein Ende. Beim Abstieg werden wir von rechts hierher zurückkehren, jetzt geht es aber geradeaus weiter. Kurz darauf erreichen wir die Zisterne Es Pouet (C131). Hier sehen wir zu, dass wir geradeaus weiterlaufen und nicht nach rechts den direkten Weg zum Coll de Son Gallard nehmen. Wir wollen ja vorher noch zum Aussichtspunkt Mirador de ses Puntes bzw. Mirador de Can Costa, wie er auf manchen Karten heißt. Den erreichen wir nach einem guten weiteren Kilometer Aufstieg.

Der Mirador (auf 754m Höhe) mit seinen groben ruinenhaften Begrenzungsmauern befindet sich direkt oberhalb der Steilkante des Berges zur Meerseite hin und bietet einen wunderbaren Ausblick zur Küste und auf die Landschaften im Süden und Südwesten, nicht jedoch zurück nach Valldemossa.

Talaia Vella

Talaia Vella

Zum Weitermarsch wenden wir uns zurück zum Wanderweg, biegen dann (C202) aber gleich nach links ab und wandern durch lichten Steineichenwald weiter aufwärts zum Gipfel des Pouet auf ca. 850m Höhe. An der Gipfelsäule haben wir Fernblick bis nach Palma und bergeinwärts zum Puig Major, dem höchsten Berg Mallorcas, gut erkennbar an der weißen Radarkuppel. Im Nordosten, an der Küste erkennen wir Port de Sóller mit dem darüber liegenden Torre Picada. Zwischen den Bäumen sehen wir auch bereits unser nächstes Ziel, die steinerne Schutzhütte Talaia Vella, die nocheinmal ein paar Meter höher liegt als der Gipfel. Zuerst aber geht es leicht abwärts und dann immer auf dem steinigen breiten Berggrat entlang, bis wir nach ca. 350m unterhalb der Schutzhütte stehen. Ein kurzer Abstecher zur Talaia Vella lohnt sich auf jeden Fall wegen des Ausblicks. Von hier aus können wir nicht nur hinunter nach Deià schauen, wir haben auch einen wunderbaren Blick auf die Abbruchkante des gegenüberliegenden Hochplateaus mit dem Caragoli als höchsten Punkt.

Um dort hinüber zu gelangen müssen wir erst einmal 100 Höhenmeter absteigen zum Coll de Son Gallard, dem Sattel zwischen Pouet und Caragoli. Am tiefstgelegenen Punkt (bei GPS Wegpunkt C226) begegnet uns wieder der Fernwanderweg GR-221, der vom Pla des Pouet herüber führt und hier auch den Namen Cami de S'Arxiduc trägt. Wir laufen geradeaus weiter, an einem alten Mauerfundament vorbei und dann auf der Gegenseite wieder den Berg hinauf.

Nun befinden wir uns wieder am Reitweg des Erzherzogs Salvator und am Aufstieg zum Caragoli. Im lichten Steineichenwald geht es zunächst über eine ausgetretene Maueröffnung und dann folgen wir den Wegmarkierungen Richtung Deià. So gewinnen wir schnell an Höhe und erreichen bald die ca. 120m höher gelegene Hochebene. Den anstrengenden Teil der Wanderung haben wir damit hinter uns. Zurückblickend sehen wir die Schutzhütte Talaia Vella am gegenüberliegenden Berghang und vor uns die weite fast baumlose Hochebene des Caragoli.

Der Weg führt nun spektakulär an der Abbruchkante entlang - hier sollten wir Kinder zur Sicherheit an der Hand nehmen - ein Absturz wäre tödlich. Der Weg ist aber nicht schwer zu gehen. Einen guten Kilometer müssen wir nun noch laufen, um den Gipfel zu erreichen, allerdings ohne größere Höhenunterschiede. Der eigentliche Gipfel ist zuerst gar nicht so einfach auszumachen, nur ein kleiner Felskopf erhebt sich aus der Hochebene. Aber spätestens nachdem wir die Abzweigung des GR-221 nach Deià (C251), gekennzeichnet durch einen Holzpfosten links liegen gelassen haben, erkennen wir den Caragoligipfel direkt vor uns. Ein kleiner Aufstieg nach links (bei C254) bringt uns nach oben zur Spitze und zu einer Gedenktafel an den L'Arxiduc Lluis Salvador.

Wir befinden uns auf 945m Höhe am Hauptkamm der Tramuntana und dementsprechend eindrucksvoll ist die Aussicht auf umliegende Gipfel, hinunter zum Meer und nach Deià, Port de Sóller und Palma de Mallorca.

Blick hinunter auf Valldemossa

Blick hinunter auf Valldemossa

Für den Rückweg laufen wir unterhalb des Gipfels einfach geradeaus weiter in Richtung Ost-Süd-Ost und erreichen so eine Wegkreuzung am Pla des Aritges (C311) bei einer großen Steinpyramide. Hier biegen wir nach rechts ab und folgen der Ausschilderung auf den Weg Nr. 3, Cami de ses Fontanelles Richtung Pla des Pouet. Der Weg führt geradeaus über das Hochplateau und nach ca. 500m in den Wald hinein und dann beständig abwärts.

Unsere nächste Wegmarke ist der Mirador de ses Basses, ca. 1600m nach Pla des Aritges auf 788m Meereshöhe. Hier können wir zum erstenmal auf dieser Wanderung hinunter auf Valldemossa schauen. Ebenso am ca. 70m weiter gelegenen Mirador. Schließlich trifft der Reitweg am Pla des Pouet auf unseren Weg vom Aufstieg. Wir halten uns (bei C342) rechts und steigen auf bekanntem Weg ab nach Valldemossa.

Die Routenlänge dieser Tour beträgt 11km, in der Realität dürften es fast 12 Kilometer werden. Dabei sind ca. 680 Höhenmeter im Auf- und Abstieg zu bewältigen. Die Gehzeit beträgt etwas über 4 Stunden. Die Tour ist mittelschwer, durchaus anstrengend und verlangt eine gewisse Schwindelfreiheit. Für Kinder ist sie aber geeignet, denn Kontakt mit dem Straßenverkehr gibt es nur in geringem Maße ausschließlich in Valldemossa. Kinderwägen können nicht mitgenommen werden und für Mountainbiker ist die Tour weniger gut geeignet. Ausschilderungen und Wegmarkierungen sind leider nur sehr spärlich vorhanden, streckenweise finden sich aber rote Farbmarkierungen an den Felsen und aufgehäufte Steinmännchen. Die Strecke ist aber auch anhand dieser Beschreibung ohne GPS-Gerät zu finden. Einkehrmöglichkeiten gibt es direkt an der Strecke keine, aber zahlreiche Bars und Restaurants in Valldemossa. Auf ausreichenden Wasservorrat sollte geachtet werden.

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Stand: Mai 2014