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Mallorca, Es Cornador Gran ~ von Sollér durch den Barranc de Biniaraix

Mallorca, Es Cornador Gran

von Sollér durch den Barranc de Biniaraix

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Der Cornador Gran ist der Blickfänger überhalb des Städtchens Sóller. Diese ziemlich anstrengende Wanderung führt von Sóller über Biniaraix durch den Barranc de Biniaraix hinauf auf den Cornador Gran und zum Aussichtspunkt Mirador Xim Quesada.

Cornador Gran (links) und Cornador Petit

Cornador Gran (links) und Cornador Petit

Es sei vorausgeschickt, dass diese Tour gute Kondition und ein wenig Ausdauer erfordert, denn es sind über 1000 Höhenmeter aufzusteigen und das ist für Mallorca eine ganze Menge. Oben geht es dann über blanken Fels, was ein gewisses Maß an Trittsicherheit voraussetzt, ebenso wie der lange Abstieg auf den grob gepflasterten Steinwegen in der Schlucht von Biniaraix.

Diese Wanderung ist aber auch eine der eindrucksvollsten auf Mallorca, wir erleben beide Varianten des Cami des Barranc in der Schlucht von Biniaraix und die wunderbare Aussicht am Mirador Xim Quesada.

Start- und Zielpunkt dieser Tour ist die Placa de la Constitució in Sóller. Sóller ist verkehrstechnisch sehr gut angebunden. Per Auto kommen wir auf der Ma-11 von Palma de Mallorca über Bunyola und den Straßentunnel nach Sóller. Nach Parkmöglichkeiten müssen wir ein wenig suchen, es gibt einige kleinere Parkflächen, zum Beispiel hinter der Kirche Sant Bartomeu oder am Bahnhof. An öffentlichen Verkehrsmitteln bieten sich die historische Schmalspureisenbahn von Palma her an, sowie die ebenfalls historische Trambahn, die von Port der Sóller heraufführt und natürlich der öffentliche Linienbus (mehrere Linien).

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Im ersten Teil der Wanderung laufen wir von Sóller nach Biniaraix, dazu wenden wir uns an der Placa de la Constitució in Richtung Nord-Nord-Ost und laufen die Carrer de sa Lluna stadtauswärts. Wir bleiben dabei immer geradeaus auf der Straße, die mehrfach den Namen ändert, bis wir nach ca. 1,3km (bei GPS Wegpunkt C110) nach links über die Brücke auf die andere Seite des Torrent de Biniaraix wechseln und nach weiteren 500m den Ort Biniaraix erreichen. Auf dem Weg nach Biniaraix haben wir unser Ziel, den Cornador Gran, bereits rechts vor uns. Auch wenn aus dieser Perspektive der rechte Felskopf des Cornador Petit noch höher aussieht, der Cornador Gran ist der linke, etwas hinterhalb gelegene Gipfel.

Am Ortseingang von Biniaraix können wir einfach weiter der Straße folgen, oder - was die schönere Variante ist - wir laufen durch das alte Ortszentrum. Dazu halten wir uns in der folgenden Rechtskurve der Straße geradeaus und steigen die Treppe hinauf. In deren Verlängerung führt ein gepflasterter Weg mit gelegentlichen Stufen leicht aufwärts, bis wir bei erster Gelegenheit rechts in die Carrer de Sant Guillem abbiegen. Nun brauchen wir nur der engen Gasse weiter zu folgen, bis wir bei der Bodega wieder auf die Straße treffen. Hier geht es noch einmal ca. 50m geradeaus und dann (bei Wegpunkt C118) nach rechts, am alten Waschhaus vorbei und auf dem Fernwanderweg GR-221 aus dem Ort hinaus und auf den Barranc de Biniaraix zu.

Wir folgen den Auschilderungen Es Barranc, L'Ofre, Cúber und Lluc. Die nächste Wegmarke ist die Abzweigung des Cami Vell, ca. 750m nach dem Waschhaus (bei Wegpunkt C124). Hier gehen wir geradeaus weiter, den etwas längeren Cami Vell heben wir uns als Alternative für den Abstieg auf. Der grob gepflasterte Weg ist gut gepflegt und so breit, dass wir locker zu zweit nebeneinander laufen können und er führt über terrassenförmige Olivenplantagen, die durch Trockenmauern gesäumt sind, jetzt zunehmend aufwärts. Über uns sehen wir bald eine markante Felsnadel und dann geht es durch die Engstelle S'Estret, an der sich Weg und Bach eng zusammendrängen um zwischen den senkrecht aufragenden Felswänden Platz zu finden. Weiter geht es nahe des Torrent de Biniaraix steil aufwärts bis wir die obere Einmündung des Cami Vell erreichen. Hier (bei GPS Wegpunkt C138) biegen wir links ab, verlassen den Bach und steigen weiter in der Schlucht aufwärts. Die beiden Cornadores kommen immer besser in unser Blickfeld, jetzt können wir auch erkennen, dass der linke der beiden der höhere und damit der Cornador Gran ist.

Felsnadeln unterhalb des Cornador

Felsnadeln unterhalb des Cornador

Durch ein grün gestrichenes Metalltor verlassen wir die Olivenplantage, der Weg wird schmaler, ist nicht mehr durchgehend gepflastert, allerdings auch nicht mehr so steil und wir haben schöne Ausblicke ins Tal hinaus und auf den Cornador Gran. Wer ein Fernglas dabei hat, kann rechts vom Gipfel die aus groben Blöcken aufgerichtete Aussichtskanzel des Mirador Xim Quesada erkennen.

Kurz bevor wir das obere Ende der Schlucht bei der Finca de l'Ofre erreichen würden, verlassen wir den GR-221 nach rechts (bei C163) und folgen der Auschilderung Mirador d'en Quesada / Es Cornadors hinunter zum Bach und über den schmalen Holzsteg auf die andere Seite hinüber. Jetzt beginnt der Anstieg auf den Cornador Gran. Den schmalen Pfad durch die hoch wuchernde Vegetation müssen wir uns auf den ersten Metern allerdings mühsam suchen. Oben auf dem Sattel wird der Weg wieder deutlicher - Ausschilderungen gibt es aber keine, höchstens Steinmännchen oder Farbmarkierungen. Links unter uns liegt das landwirtschaftliche Anwesen L'Ofre und vor uns tauchen zwei markante Felsnadeln auf - der Pfad führt unterhalb davon vorbei und weiter in Kehren steil aufwärts.

Dann erreichen wir die Passhöhe (C189) unterhalb des Gipfels und sind damit bereits über 900m hoch. Zum Endanstieg geht es hier nach rechts und über den baumlosen Hang auf die steinerne Schutzhütte Refugi dels Cornadors zu. Die Hütte umrunden wir auf der rechten Seite und folgen dem Steig weiter auf den Gipfel in 956m Höhe. Hier genießen wir den Fernblick hinüber zum Puig Major, dem höchsten Gipfel Mallorcas, zum benachbarten, bis oben bewaldeten Puig de l'Ofre und gegenüber über den Tramuntana-Hauptkamm zur Serra d'Alfàbia mit den zahlreichen Antennen.

Um in den Barranc de Biniaraix hinunter sehen zu können, müssen wir noch ca. 40m weiter wieder leicht abwärts zur Hangkante gehen. Dort liegt der Mirador Joaquim Quesada, eine kleine abgemauerte Kanzel direkt über dem Abgrund. Der Weg dorthin ist mit Steinmännchen markiert. Von hier aus schauen wir direkt in die Schlucht hinunter, sehen links den tiefer gelegenen Cornador Petit, dahinter Sóller, an der Küste Port de Sóller, Biniaraix am Schluchteingang und weiter rechts Fornalutx. Und unter uns können wir weite Teile unseres Aufstiegswegs erkennen.

Für den Rückweg verwenden wir erstmal den bekannten Weg vom Aufstieg. Erst in der Schlucht am Abzweiger des Cami Vell (Wegpunkt C251) biegen wir links ab und nehmen zur Abwechslung den alten Weg. Der ist geringfügig länger als der Cami des Barranc, das sehen wir bereits an den Zeitangaben auf den Richtungstafeln, er ist bei weitem nicht so gut ausgebaut und auch nicht durchgehend markiert. Zuerst geht es hinunter zum meistens ausgetrockneten Bachbett und auf der anderen Seite wieder hinauf. Auf den bewirtschafteten Oliventerrassen ist der Weg gepflastert und gut erkennbar, sonst ist es ein einfacher Trampelpfad und bei der Orientierung helfen sporadische Holzpfosten oder Pfeile auf den Felsen. Im Cami Vell müssen wir auch noch einmal ein kleines Stück aufsteigen, was nach dem langen Abstieg hierher nicht unangenehm ist. Schließlich durchschreiten wir ein Eisentor, halten uns am Eingang zum Campingplatz Refugi Xim Joy nach rechts und sind nach wenigen Schritten wieder auf dem bekannten GR-221.

Abstieg auf dem alten Weg (Cami Vell)

Abstieg auf dem alten Weg (Cami Vell)

Der Rückweg über Biniaraix nach Sóller ist nun reine Routine und wir können uns auf den letzten Kilometern bereits der Vorfreude hingeben auf ein leckeres Eis in Sóller oder ein Schönes Abendessen in einer der Tapasbars.

Die Routenlänge dieser Tour beträgt 13,9km, in der Realität dürften es fast 16 Kilometer werden. Dabei sind beachtliche 1040 Höhenmeter im Auf- und Abstieg zu bewältigen. Die Gehzeit beträgt an die 7 Stunden. Die Tour ist schweißtreibend, verlangt gute Kondition und eine gewisse Trittsicherheit, es muss aber nicht geklettert werden. Für Kinder ist sie aufgrund der Länge nur eingeschränkt geeignet, Kontakt mit dem Straßenverkehr gibt es im Streckenabschnitt von Sóller bis Biniaraix. Kinderwägen können nicht mitgenommen werden und für Mountainbiker ist die Tour ebenfalls nicht geeignet. Die Ausschilderungen sind am GR-221 vorbildlich. An den übrigen Streckenabschnitten gibt es zumindest Markierungspunkte und Steinmännchen. Nur an wenigen Stellen muss man kurz nach dem richtigen Weg suchen. Einkehrmöglichkeiten gibt es in der Schlucht und am Berg keine, auf ausreichenden Wasservorrat sollte deshalb unbedingt geachtet werden. In Biniaraix existiert zentral im Ort, direkt an der Wanderroute eine Bodega mit Außensitzplätzen. Und in Sóller, speziell an der Placa de la Constitució gibt es zahlreiche Bars, Eiscafés und Restaurants.

Variationen

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Stand: Mai 2014